5 Dinge, die du als Introvertierter wissen musst

thumbnail

5 Dinge, die du als Introvertierter wissen musst

1) Es ist okay

Du musst nicht bis halb drei auf der Party bleiben, um ein guter Freund zu sein. Oder beim Weihnachtsessen der Firma ausharren, bis alle anderen heim gegangen sind. Es ist wichtig und okay, Zeit für sich selbst zu wollen und seine sozialen Batterien aufzuladen. Natürlich gibt es gewisse soziale Standards, nach denen man sich richten sollte (Vor allem in einem Arbeitsumfeld bleibt oft keine andere Wahl), aber es ist auch vollkommen in Ordnung, Grenzen zu ziehen. Du solltest dir bewusst sein, dass es okay ist, das eigene Wohlbefinden in den Vordergrund zu stellen. Denn im Endeffekt hat niemand etwas davon, wenn du einen ganzen Abend lang Small Talk mit deinen Kollegen machst und dann am nächsten Morgen keine Energie mehr hast, um dich auf deine eigentliche Arbeit zu konzentrieren. Und dein bester Freund sollte es verstehen, wenn du ein bisschen früher von der Party verschwindest und dafür lieber unter der Woche nochmal einen Kaffee mit ihm trinken gehst. Natürlich ist jede Situation anders und es gibt, wie erwähnt, gesellschaftliche Erwartungen, die dir nicht ganz egal sein können. Trotzdem solltest du abwägen und deine Entscheidungen treffen können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Denn deine Zeit ist wertvoll und du musst dich nicht für dein Umfeld aufopfern um gemocht zu werden – die meisten Leute werden dich sogar mehr respektieren, wenn du deine Grenzen klar setzt.

2) Dein Input ist wichtig

  Ja, es mag einschüchternd sein in einem Raum voller wichtiger Leute zu sitzen oder sich plötzlich in einer Gruppe fremder Menschen wiederzufinden. Unser erster Instinkt in solchen Momenten ist es, ruhig zu bleiben, zu beobachten, die Situation einzuschätzen, bevor wir uns zu Wort melden. Doch in dieser Zeit haben andere schon längst Diskussionen begonnen und das Gespräch für sich beansprucht und dann wollen wir nicht unhöflich sein und die Person unterbrechen oder uns einmischen und am Ende haben wir nichts gesagt – obwohl wir doch hätten können. Der introvertierte „ich-beobachte-lieber“-Instinkt, kann eine große Stärke sein um unbedachte Äußerungen zu vermeiden. Aber in vielen sozialen Situationen wird er zum Hindernis, wenn wir uns zu viel Zeit nehmen, um alle Faktoren gründlich zu bedenken, um ja nichts falsches zu sagen – denn oft bleiben Introvertierte dann stumm. Dabei sind unsere Gegenüber meistens auch nicht schlauer wie wir, sondern eben nur schneller. Du solltest dich nicht zurückhalten deinen Teil zur Konversation beizutragen. Denn nicht nur du selbst, auch deine Gesprächspartner profitieren von deinem Beitrag. Du stellst dich nicht unhöflich in den Mittelpunkt, sondern du bringst neue Perspektiven in die Diskussion und das ist gut für alle Beteiligten. Sei dir also deines eigenen Wertes bewusst und lass dich nicht einschüchtern – nicht nur deiner selbst willen. 

3) Du kannst deine „Schwächen“ nutzen

Es ist einfach, sich auf das negative zu konzentrieren und dann an den eigenen Schwächen zu verzweifeln. Aber statt dich traurig hinzusetzen und zu sagen „Ich kann das einfach nicht“/„Das machen andere viel besser“ setzte diesen gedanklichen Satz fort mit: „…aber dafür bin ich gut darin ____“. Denn jede Münze hat zwei Seiten und meistens können wir unsere scheinbaren Schwächen auch positiv formulieren. Das gilt natürlich nicht nur für uns Introvertierte, aber wir tun uns oft besonders schwer den Wert in unseren Fähigkeiten zu erkennen und es ist wichtig, sich nicht darauf zu versteifen sich zu wünschen, „extrovertierter“ zu werden, (denn das ist schlicht nicht möglich. Der Unterschied zwischen Introvertiert und Extrovertiert ist neurobiologisch verankert) sondern die eigenen Vorzüge zu sehen. 

Statt also zu trauern, dass du nicht besonders gut darin bist, in großen Gruppen zu brillieren, konzentriere dich auf deine Fähigkeit intensive Gespräche unter vier Augen zu führen. Wenn du im Meeting nicht herausstichst, versuche Möglichkeiten wahrzunehmen, bei denen du dich mit deinem Chef allein unterhalten kannst um auf diese Weise deinen Wert zu zeigen. Oder statt dir zu wünschen, mühelos viele Kontakte knüpfen zu können, sei dir deiner Fähigkeit bewusst, tief gehende Verbindungen zu schaffen. Und ist es nicht sowieso wertvoller, einige bedeutungsvolle Kontakte zu haben, statt viele seichte? 

4) Du musst nicht laut sein, um Erfolg zu haben

Es ist einfacher sich durchzusetzen, wenn man ohne zu zögern seine Meinung sagen kann. Aber es ist einfacher langfristiges Vertrauen und Einfluss aufzubauen, wenn man gut durchdachte Entscheidungen präsentiert. „Erfolg“ ist eine Definitionssache, aber egal wo du ihn siehst, vertraue auf deine eigenen Methoden um ihn zu erreichen. Zwar demonstriert viele Beispiele aus Politik und Medien, dass man mit vielen Worten und wenig Substanz weit kommen kann, aber das macht es nicht zu einer Voraussetzung. Denn auf der anderen Seite beweisen berühmte Introvertierte wie Bill Gates, Woody Allen und Barack Obama, dass sich Introversion und Erfolg bzw. Charisma nicht ausschließen. 

5) Verschwende deine Energie nicht damit, dich zu verstellen

Ja, es ist möglich, extrovertierte Verhaltensweisen zu erlernen und das mag in manchen Situationen hilfreich sein, aber es wird dich auf Dauer nicht glücklich machen. Nein, mit „extrovertierten Verhaltensweisen“ meine ich nicht, nett zu Leuten zu sein oder Zeit mit ihnen zu verbringen. Ich meine die Art von Dingen, die dir Energie rauben und auf die du eigentlich keine Lust hast aber trotzdem tust, weil du das Gefühl hast, dass es dein Umfeld erwartet. In laute Clubs zu gehen, zum Beispiel. Zwar können wir an einer guten Partynacht auch Spaß haben, aber es laugt uns schneller aus, als unsere extrovertierten Freunde. Hier kommt man schnell in Versuchung, einfach so zu tun, als würde einem das gar nichts ausmachen – denn man will ja schließlich kein Langweiler sein oder etwas verpassen. Aber ganz ehrlich, wäre dir ein Abend in kleiner Runde mit ein paar Flaschen Bier nicht lieber? Vielleicht geht es ein paar deiner Freunde ja genauso. Aber wie sollt ihr das je rausfinden, wenn du nichts sagst? Niemand will ein Spielverderber sein und diese Rolle musst du auch ganz sicher nicht annehmen. Aber sei ehrlich (auch zu dir selbst) und versuche nicht, jemand zu sein, der du nicht bist.

 

Photo by Jay Mantri on Unsplash

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top