Dieses blöde Karussell: Gedanken beruhigen und den Alltag entschleunigen 

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Dieses blöde Karussell: Gedanken beruhigen und den Alltag entschleunigen 

Kennst du das, wenn deine Gedanken einfach nicht aufhören, sich immer und immer wieder im Kreis zu drehen und dir dabei keine Zeit mehr geben, einen klaren Gedanken zu fassen? Zum Beispiel Abends im Bett, wenn du nicht einschlafen kannst, weil du an alle Fehler denkst, die du in letzter Zeit gemacht hast. Oder gleich Morgens, wenn du damit zu kämpfen hast, alle To-Dos für den Tag im Auge zu behalten.
In einer Welt, die immer schneller wird, ist es vor allem für sensiblere Menschen schwer, sich dem Stress des Alltags zu entziehen. Wir haben viel öfter das Gefühl, etwas zu Verpassen oder nicht genug zu machen – alle anderen erleben schließlich auch so viel und sind gleichzeitig scheinbar auch noch unglaublich produktiv! Wieso ich nicht? 

Insbesondere für uns introvertierte und hochsensible Menschen wird die ständige Informationsflut und der Druck, dauernd etwas zu tun zu haben, schnell zu viel. Introvertierte brauchen Zeit für sich, um Eindrücke angemessen verarbeiten zu können. Haben sie diese nicht, folgt schnell die totale Überlastung. Leider ist es nicht immer möglich, sich jeden Tag ausgiebige Allein-Zeit zu gönnen. Deshalb hier unsere Tipps, um Entspannung und Entschleunigung in den Alltag einzubauen. 

Kultiviere eine Routine 

Exakte Schlafens- und Aufwachzeiten zu haben ist nicht nur für die Schlafqualität ein echter Gamechanger, es tun auch der Psyche gut. Zusammen mit einem festgelegten Frühstücksritual und kleinen, sich wiederholenden Ankern durch den Tag hindurch sind diese Verhaltensweisen die Basis für eine Routine. Und damit meinen wir nicht: „aufwachen, Brot in den Mund schieben, aus dem Haus rennen um den Bus noch zu schaffen“ – auch wenn man es jeden Morgen macht. Nein, wir meinen eine Routine mit selbst festgelegten Grenzen und Ausmaßen, die eben nicht nur dadurch bestimmt wird, wann der öffentliche Nahverkehr fährt. Dadurch ist es einerseits möglich, sich bewusst Zeiten zum Durchatmen zu setzen (aber dazu später mehr) und andererseits nehmen uns automatisierte Handlungen viel von der sogenannten „decision fatigue“ – Also der Erschöpfung, die durch das Treffen von Entscheidungen einsetzt. Denn jede bewusste Entscheidung kostet uns ein klein bisschen Energie. Ob es die Wahl der Klamotten, des Frühstücks oder der schnellsten Buslinie ist. Je mehr dieser Entscheidungen wir also automatisieren, desto mehr Energie (und auch Zeit) bleibt für die wirklich wichtigen Fragen. 

Schaffe dir Auszeiten 

Unsere „Kaffe to go“- Kultur glaubt daran, möglichst jede freie Minute produktiv zu nutzen. Doch dieses Mindset ist ein Mythos, der nicht Produktiver, sondern ausgebrannter macht. Wir brauchen Pausen in unserem Alltag – sie sind kein Problem, das es zu überwinden gilt. Und, sogar noch einen Schritt weiter: Wir sollten sie bewusst kreieren. Seit die berühmte Zigarettenpause immer weniger verbreitet ist, ist es auch schwieriger, sich einfach mal fünf Minuten vor die Tür zu stellen. Doch es gibt andere Möglichkeiten, sich diese kleinen Auszeiten zu schaffen. Beispielsweise in kleinen, dezidierten Handlungen, wie sich eine Tasse Tee zu machen.

Lerne deine „Notanker“ kennen

Atemtaktiken, Entspannungsübungen, Meditation – Es gibt viele Möglichkeiten, den Körper aus einer Stressreaktion zu holen. Leider funktionieren nicht alle für jeden. Lerne, was dir gut tut, wenn deine Gedanken mal wieder drohen, außer Kontrolle zu geraten und finde so deinen „Notanker“, der dir hilft runter zu kommen. Hier einer unserer Favoriten zum ausprobieren: Geräuschemeditation

Einfach alle Gedanken auszublenden und an nichts zu denken, kann verdammt schwierig sein. Deshalb gibt man bei dieser Art der Meditation seinem Gehirn etwas, auf das es sich statt der gestressten Gedanken konzentrieren kann. Du schließt die Augen und fängst an zu versuchen, die Geräusche in deiner Umgebung wahrzunehmen, die am weitesten weg sind. Dann die ein bisschen näher bei dir. Dann noch ein bisschen näher. Bis du schließlich bei dir selbst angekommen bist und in deinen eigenen Körper hineinhorchst. 

Mehr Taktiken findest zum Beispiel hier oder hier.

Sage „Nein“ 

Es gibt in deinem Alltag schon genug Dinge, die dich stressen. Lasse nicht noch mehr hinzukommen, weil es dir schwer fällt, absagen zu erteilen. Je bewusster du mit deiner Zeit umgehst, desto mehr wird dein Umfeld sie zu schätzen wissen und je mehr Freiraum du dir selbst lässt, desto präsenter kannst du bei den Terminen sein, die du tatsächlich antrittst. Es ist also nicht nur für dich selbst eine gute Sache, auch mal „Nein“ zu Einladungen oder Verpflichtungen zu sagen. Hier geht es zu einem längeren Artikel über die Kunst „Nein“ zu sagen, und warum wir es öfter tun sollten. Höre auf dich selbst, bevor du jemandem zusagst und schaffe dir selbst den Platz, den du brauchst. 

 

Photo by Loverna Journey on Unsplash

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