„Komische“ Dinge, die jeder Introvertierte schon einmal gemacht hat

thumbnail

„Komische“ Dinge, die jeder Introvertierte schon einmal gemacht hat

Sich im Supermarkt vor einem Bekannten verstecken

Vor allem wenn man Menschen nicht näher kennt, sondern sie nur eine mehr oder weniger flüchtige Bekanntschaft sind, sind spontane Treffen in der Öffentlichkeit eine unangenehme Sache. Wenn man die Zeit zusammenrechnet, die ich hinter Supermarktregalen lauernd verbracht habe um darauf zu warten, ungesehen durch die Gänge zu kommen, kommt man wahrscheinlich auf eine peinlich große Zahl. Aber was tut man nicht alles, um Smalltalk oder peinliche Begrüßungen zu vermeiden? 

Eine Konversation detailliert hundertmal in Gedanken durchspielen, die so wahrscheinlich eh nie eintreten wird

Den Tag bevor man den Chef um eine Gehaltserhöhung bitten möchte, oder den Nachmittag vor einem ersten Date: Jedes Detail der möglichen Gespräche wird vorher geplant und genau durchgespielt – bis man sich selbst für eloquent und witzig genug hält, um die Situation erfolgreich zu meistern. Im Moment der Momente fällt einem dann aber meistens doch keiner der vorher einstudierten Sätzen ein.
Ist es also verschwendete Zeit, sich mit sich selbst zu unterhalten? Meiner Meinung nach nicht, ich amüsiere mich meist prächtig bei diesen Gedankenspielen – wahrscheinlich auch, weil ich da immer so schön sympathisch und gebildet rüber komme. (Natürlich nur mir selbst gegenüber, aber immerhin etwas!) 

Um jeden Preis Augenkontakt mit Verkäufern vermeiden

Shopping könnte so schön sein, wenn die ganzen Menschen nicht wären. Ich weiß nicht, wie Unternehmen darauf kommen, dass ich als Kunde unbedingt Beratung von ihren Angestellten brauche. Wenn ich etwas suche, dann ist es schön jemanden zu haben, den man ansprechen kann um sich beim Finden helfen zu lassen – Aber einfach so von Verkäufern angesprochen werden? Wer hat sich das denn ausgedacht? Ich will mich doch einfach nur mal umgucken Bitte Danke! 

Im Regelfall führen eifrige Verkäufer bei mir zu Panik, denn eigentlich möchte ich ja in Ruhe gelassen werden, aber unhöflich sein will ich auch nicht – weshalb ich mich dann, einmal angesprochen, meistens doch auf ein Beratungsgespräch einlasse und dann nicht in Ruhe darüber nachdenken kann, was ich denn eigentlich kaufen möchte und schließlich mit Produkten den Laden verlasse, die ich so nie wollte. 

Deshalb: Kopfhörer auf und Augenkontakt vermeiden! 

Damit warten das Haus zu verlassen, um keinen Smalltalk mit dem Nachbarn führen zu müssen

Egal wie nett sie sind, wenn es sich vermeiden lässt verzichte ich lieber auf den Austausch von Grußformeln und halb interessierten „Wie geht’s?“ zwischen Tür und Angel mit meinen Nachbarn. Schließlich bleibt einem in solchen Fällen wenig zu reden als der typische Austausch über das Wetter, den Verkehr oder die Rabattaktionen vom Lidl gegenüber. Da bin ich lieber anderweitig ein guter Nachbar und teile meine Milch oder bringe mal Kekse vorbei. 

Jemand Anderen den Lieferservice entgegen nehmen lassen

Bevor ich einen Partner hatte, habe ich fast nie bei Lieferservices bestellt. Einfach weil es mir total unangenehm war, von einem Fremden mein Essen bis vor die Haustür gebracht zu bekommen. Das war irgendwie viel zu persönlich, ich wusste nie was ich sagen sollte und ich hatte immer das Gefühl irgendwie verurteilt zu werden. 

Ist es dumm, sich Gedanken zu machen, was eine Person, die man maximal 5 Minuten trifft von einem denkt? Definitiv. Hat es mich wenigstens davon abgehalten, zu oft meiner Faulheit nachzugeben und Essen einfach zu bestellen? Ja, wenigstens etwas.

Jetzt kann ich die ungeliebte Aufgabe, dem Lieferando-Mann sein Trinkgeld zu geben auf meinen Freund outsourcen, während ich in der Wohnung so tue als würde ich gar nicht existieren. Diese Aufgabenteilung funktioniert bis dato ganz gut, hat aber auch dazu geführt, dass ich wesentlich öfter Lust auf Chinesisch zum Abendessen habe. Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile. 

 

Bild von Lina Kivaka auf Pexels

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back To Top